Dienstag, 17. Juni 2008
Wachsend und absteigend
Ich kann es nicht glauben. Ich habe mir so viel Mühe gegeben. Und es hat wieder nicht gereicht. Untrüglicher Beweis ist das Schweigen und mein Verglimmen. Nichts leuchtet mehr und ich kann es nicht aufhalten. Ein Schrecken, dass mein Leuchten scheinbar nur durch äußere Reflexion möglich ist. Die muss ich zwar auch ankurbeln, aber das schaff ich schon! Darf ich Ihnen vielleicht die Tasche tragen? Nein, Sie müssen die Augen nicht öffnen. Ich kann für Sie sehen und ich kann Ihnen sagen, - mein lieber Scholli, das sieht wirklich alles phantastisch aus hier. Glückwunsch! Komisch, die Person wendet sich dennoch müde, gelangweilt und übersättigt ab. Was hab ich denn schon wieder falsch gemacht? Ich hab mir doch so viel Mühe gegeben. Ich weiß, Jammern ist auch ekelig. Deshalb hab ich mir ja ein kleines Wut-Beet gezüchtet. Fürs Weiteratmen.
Donnerstag, 12. Juni 2008
Adrenalin auf Rezept
Freitag, 6. Juni 2008
Wut und Mut

die beiden sind Schwestern. Sieht man nicht auf den ersten Blick, ist aber so. Es bedarf Mut, die eigene Wut zu sehen, auszuhalten und im besten Fall auch noch an die Person weiterzugeben, die sie betrifft. Das ist nicht leicht, aber der einzige Weg damit nicht die andere, die ja auch immer mitspielen will, gewinnt: Olle Angst.
Donnerstag, 5. Juni 2008
5:30am

Geht mir denn jetzt schon die Puste aus? Ich will doch noch viel mehr! Zwei Schritte vor und einer zurück sollte mein Takt nicht sein. Ich will weiter den Tarnmantel anhaben und unverletzt ausprobieren, ob ich auch anders kann. Bei mir ist es doch nicht so schlecht! Aber da wurde schon wieder die hauseigene Achillessehne ausgemacht. Bitte schön. Ist doch nicht schlimm. Gehört doch dazu. Ist doch kein Grund zu verzagen. Italienische Großstädte wurden auch nicht an einem Tag niedergewalzt. Wenn ich Fühler ausstrecke, hält er einfach die Luft an. Das sind nicht meine Regeln.
Dienstag, 3. Juni 2008
Hausen
Mit Freundin L ist es eine Huldigung und Adeligung, dem Namen eines jeden ein -hausen anzuhängen. Mit einem Menschen, dem das von Hause aus zur Verfügung steht, treffe ich mich morgen früh. Einer, dessen Behausung für mein Herz viele Jahre eine Löwen-, Mörder- und Schlangengrube war. Jetzt will ich ihn sehen und mich an sein Herz drücken.
Montag, 26. Mai 2008
Aufgestellt

So können also drei Tage im Leben das Leben in eine andere Position versetzen. Durch Perspektive Verschiebung. Durch Öffnen und Halten und Mitmachen. All das in einem Kloster auf einem Berg in fränkischer Provinz. Allein ein Ort, der seine Kraft durch die Rebstöcke sprotzt. Ein dicker Hase (kein olles Karnickel!!) sitzt in der Sonne auf dem Weg, den ich erlaufe. Er hebt den Hintern und zeigt ihn mir - statt Angst. Ich: Respekt. Und etwas schamhaft die Erkenntnis, dass das viel beschworene und ersehnte Ich-sein-Wollen mit allein-sein-Angst besetzt ist. Tolle Wurst. Es ist einfach einfacher und erlernter sich aufgebröselt mit Abhörgeräten an die anderen zu pressen. Aber ein Zurück gibt es nicht. Da helfen auch blutige Finger nichts. Auch zerkochte Strickjacken nicht. Ich konnte es einfach nicht ignorieren: Ich wurde gemocht, so wie ich bin. Einfach so. Das größte und erhabendste Gefühl der Welt. Geschenkt. Danke.
Labels:
Begegnungen,
Brot und Spiele,
Rituale,
Sinne,
what i need
Freitag, 16. Mai 2008
Fux und Foxi

war jedenfalls der Geselle, den ich Vorgestern Morgen in der Hasenheide traf. Er stand nicht so gut im Saft wie der hier abgebildete Kollege. Ich sah eigentlich auch nur noch sein ziemlich zerzaustes Hinterteil, das in einem Busch verschwand. Erkannt habe ich ihn trotzdem sofort. Und mich gefreut. Da hat sich was verändert: Ich erinnere mich, vor Jahren im hinteren Teil der Bergmannstraße (bei den Friedhöfen. Da wo die Luft auf einmal ganz anders ist), nachts auf der Straße einen Bruder getroffen zu haben. Es hat mich verstört und traurig gemacht. Ich wollte keinen Fuchs in der Stadt sehen. Meine Natur-Sehnsucht war empfindlich gestört von diesem Bild. Ich konnte nicht anders, als ihn mir immer nur tot unter Auoträdern vorzustellen. Und ich habe das Bild gehasst - immer wieder gerne genötigt vom überambitionierten Arthauskino: Rehe, Hirsche und natürlich Füchse - sie alle wurden schon auf die Leinwand gequält. Im Morgengrauen auf verlassenen sechspurigen Straßen. Da fand ich die Hasenheide, mein neues Natursehnsuchtszuhause, auch für den Fuchs ein gutes Zuhause. Die Hunde dort sind meist angeleint, er hat also gute Chancen, relativ unbehelligt durch die Büsche streifen zu können. Eine Restsorge bleibt, ob er einen sicheren Ort für sich hat.
Abonnieren
Posts (Atom)
.png)
